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Geschichte und Gebäude

Seit dem Mittelalter ist Künzelsau als Sitz eines Gerichts bezeugt. Vor diesem wurden Verfahren in einer großen Bandbreite verhandelt, von der kleinen Schuldklage bis zum Mord. Dementsprechend bewegten sich die verhängten Strafen zwischen der Zahlung einer kleinen Geldsumme bis zum Tod durch den Strang.

Die Gerichtsverhandlungen fanden vermutlich unter einer Gerichtslinde statt. Möglicherweise war sie der Baum auf dem „Lindle" hoch oberhalb der Stadt. Später wurde der Saal des 1522 errichteten Rathauses der Gerichtshof. Oberster Richter war der Schultheiß, der dem heutigen Bürgermeister entspricht. Jedoch konnten die Ganerben (Eigentümer des Ortes) besonders wichtige Verfahren an sich ziehen. Rechtsanwälte waren damals die Prokuratoren. Sie waren ebenso wie die Richter nicht juristisch gebildet, sondern Angehörige des Ortes.

Ab 1678 fand eine Reform statt. Schultheiß und Gericht waren nun nur noch für niedrige Gerichtsbarkeit zuständig, während die Ganerben alle schweren Fälle zu verhandeln hatten. Das Ortsgericht fungierte darüber hinaus gegebenenfalls als Ermittlungsbehörde der Ganerben.

Nach der Errichtung eines königlichen Oberamts im Jahre 1811 wurde in Künzelsau auch ein Bezirksgericht installiert. Zuerst fanden die Verhandlungen des königlichen Oberamtsgerichts im Gebäude Keltergasse 39 (in alter Form nicht mehr erhalten) statt. In dem Jahr 1846 erfolgte der Umzug in das Gebäude Konsul-Uebele-Str. 12, das 1845/46 als Gerichtsgebäude errichtet worden ist. In diesem Gebäude war des Amtsgericht bis 19. November 2017 untergebracht. 

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